Stellungnahme zur Partizipation von Freiwilligen im Steuerungsgremium

Grenzenlos, NicaNetz, Color Esperanza, Bolivien-Netz und Zugvögel, sowie die weiteren TeilnehmerInnen des Politischen Treffens internationaler Freiwilliger vom 13.-15. April in Weimar, stehen den Arbeitsgruppen zur Umsetzung der weltwärts-Evaluierungsempfehlungen positiv gegenüber und tragen durch ihre Mitarbeit zur Weiterentwicklung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes bei.
Während des Treffens zur zukünftigen politischen Arbeit internationaler Freiwilliger, dessen Initiative auf der undjetzt?!-Konferenz 2011 entstand, wurde deutlich, dass bei den zurückgekehrten Freiwilligen großer Bedarf besteht, politisch bei der Weiterentwicklung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts mitzuwirken.
Im Rahmen der AG Strukturen und Prozesse der Partizipation und Steuerung wird zur Zeit an einer Entscheidungsvorlage bezüglich einer Umgestaltung des weltwärts-Beirates bzw. der Neugestaltung eines Steuerungsgremiums gearbeitet, die der Steuerungsgruppe vorgelegt werden soll. Die Arbeit des weltwärts-Beirates wird im Evaluierungsbericht als „nicht funktionierende Schnittstelle“ bezeichnet. Dem neuen Steuerungsgremium soll eine Entscheidungskompetenz zugesprochen werden. Die Entwicklung, die zu einer stärkeren Verantwortung der Zivilgesellschaft im weltwärts-Programm beiträgt, ist zu begrüßen.

Die Zusammensetzung des neuen Gremiums auf einen Personenkreis von 10 Personen bestehend aus VertreterInnen des BMZ/weltwärts-Sekretariats und mandatierten Trägern (Entsendeorganisationen) zu beschränken, ist aus Freiwilligenperspektive nicht hinnehmbar. Mit der Konzeption des weltwärts-Programms als Lerndienst nimmt die Rolle der Freiwilligen eine besondere Stellung ein. Die Belange und Prioritäten der Entsende- und Partnerorganisationen stimmen nicht unbedingt mit denen der Freiwilligen überein. Deshalb kann die Freiwilligenperspektive auch nur unzureichend durch diese Organisationen eingebracht werden.
Um weltwärts zu einem „Gemeinschaftswerk“ werden zu lassen, ist die Mitsprachemöglichkeit aller beteiligten Akteure (BMZ, Träger- und Partnerorganisationen sowie Freiwillige) nötig. Über die Rahmenrichtlinien zur Entwicklung und Gestaltung des Programmes kann nicht ohne die Stimme der Freiwilligen und ihre Perspektive entschieden werden. Die Bereitschaft der Freiwilligen, sich auch nach ihrer Rückkehr entwicklungs- und gesellschaftspolitisch einzubringen, ihr Interesse, sich mit Themen der Durchführung und gesellschaftlicher Wirkung von Freiwilligendiensten auseinanderzusetzen und ihre Kompetenzen, die sie durch die Teilnahme am Programm und der damit einhergehenden thematischen Auseinandersetzung erworben haben, sind auch auf der Ebene der Programmsteuerung und -administration von wertvoller Bedeutung und in Bezug auf die Qualitätssicherung nicht zu ersetzen.
 
Ein Aspekt des weltwärts-Programms ist es, Rückkehrarbeit zu stärken. Als Beitrag zur entwicklungspolitischen Inlandsarbeit sollen RückkehrerInnen Kompetenzen erwerben, um zur aktiven Beteiligung in einer sozial verantwortlichen Gesellschaft in der globalisierten Welt fähig zu sein (vgl. S.3 Rückkehrkonzept BMZ).
Auf dem oben genannten politischen Treffen wurden die Sichtweisen der Freiwilligen gebündelt, um sie in die Diskussionen um das weltwärts-Programm zu tragen. Insbesondere wurde eine Struktur zur zukünftigen politischen Arbeit entwickelt, die eine Zusammenarbeit in der Positionierung der Freiwilligenvereinigungen und von Freiwilligen, die bisher nicht in Gruppen organisiert sind, ermöglicht. Durch die Neustrukturierung wird die Legitimation politischer Mitgestaltung von RückkehrerInnen in Gremien erhöht, qualitativ verbessert und thematisch erweitert.


Um den Freiwilligen im weiteren Prozess des weltwärts-Programms eine Stimme zu geben und weltwärts wirklich zu einem „Gemeinschaftswerk“ zu machen, halten wir es deshalb für nötig, mindestens 2 FreiwilligenvertreterInnen für die Freiwilligen im Steuerungsgremium sprechen zu lassen.

Die TeilnehmerInnen des Politischen Treffens internationaler Freiwilliger:
grenzenlos – Vereinigung internationaler Freiwilliger e.V.,
Color Esperanza e.V.,
NicaNetz – Freiwilligennetzwerk Nicaragua e.V.,
Bolivien-Netz e.V.,
Zugvögel – interkultureller Süd-Nord-Austausch e.V.


Angela Bilger, Ann-Judith Lienemann, Arne Bonhage, Bastian Rothaupt, Benedikt Feld, Benedikt Kroll, Carolin Schweizerhof, Clarissa Feuerstein, Claudia Penseler, Clemens Lömke, David Bartsch, David Digomann, Elena Beselin, Elena Lange, Eva Singler, Fabian Bresan, Felix Juergens, Florian Rhein, Friedhelm Adler, Hanne Wiegel, Helen Pluschke, Helena Trinczek, Henrik Mertens, Hendrik Halbe, Ivo Schnipkoweit, Jakob Hönig, Janinka Lutze, Johannes Domeier, Jonathan Gatzer, Joschka Köck, Josefa Gitschier, Julius Schmitt, Katharina Hein, Laurenz Virchow, Luisa Kaupenjohann, Lukas Perka, Lukas Tometten, Manuel Stresing, Matthias Scharpenberg, Maya Markwald, Michel Arnd, Monika Stochowicz, Regina Sonk, Rosa Reinisch, Sandro Eiler, Svenja Tangermann, Tabea Schroer, Tobias Berger, Valeska Cordier

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