Bundesregierung ordnet Freiwilligendienste neu: „weltwärts“ und „kulturweit“ fusionieren

Neuer Freiwilligendienst „bildungsfern-weh“ des BMBF

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Neuordnung der internationalen Freiwilligendienste beschlossen. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Freiwilligendienst „kulturweit“ des Auswärtigen Amts (AA) fusionieren und firmieren zukünftig unter der Bezeichnung „weltkultur-wärtsweit“. Darüber hinaus kündigte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Einführung eines neuen Freiwilligendienstes „bildungsfern-weh“ an. „Wir sind froh, dass wir mit ‚bildungsfern-weh’ ein ergänzendes Angebot schaffen, das sich insbesondere an benachteiligte Jugendliche richtet,“ so Regierungssprecher Wilhelm Ullrich. Und ergänzt nach einer Kunstpause augenzwinkernd: „Diesmal aber wirklich!“ Schließlich hätten soziometrische Übungen an 17 Brandenburger Hauptschulen ergeben, dass 85 % der Schüler nicht einmal wüssten, wie man Freiwilligendienst überhaupt schreibt. Andere Ministerien planen nach Auskunft des Sprechers keine eigenen Freiwilligendienste. „Der Vorrat der Bundesregierung an Adverbsuffixen zur zielgruppengerechten Bezeichnung von Freiwilligendiensten ist mit der Einführung von ‚bildungsfern-weh’ erschöpft“, begründete der Sprecher die Zurückhaltung weiterer Ressorts.

Der fusionierte Dienst „weltkultur-wärtsweit“ wird zukünftig im neu gegründeten „Bundesamt für Freiwilligendienste“ politisch gesteuert und verwaltet. Zum Präsidenten der neuen Behörde wurde Dr. Markus Sprenkel berufen, vormals Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). „Dr. Sprenkel ist es auf hervorragende Weise gelungen, die internationalen Freiwilligendienste in ihrem ursprünglichen Kernressort in die politische Bedeutungslosigkeit zu manövrieren. Damit bringt er die besten Voraussetzungen für seine neue Aufgabe mit“, beglückwünschte ihn ein anonymer Lobbyist. Stellvertretender Leiter des neu geschaffenen Bundesamts wird Rodrigo Belmondo-Ramirez, dessen Herkunft aus dem BMZ er auch bei seiner neuen Aufgabe nicht verschleiern möchte: „Ich werde Dr. Sprenkel nach dem bewährten Prinzip der ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ in allen relevanten Fragen unbürokratisch unterstützen und damit einen freiwilligendienstpolitischen Mehrwert erzeugen, der sich gewaschen hat“, sagte der Vollblutspanier euphorisch in einer ersten Stellungnahme.

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Für weitergehende Informationen, Anregungen und Hinweise zu unserer hier dargestellten Haltung zur Kopflosigkeit der Bundesregierung in Sachen Jugendfreiwilligendienste, können Sie sich wenden an:

Sebastian Schlüter
Vorsitzender grenzenlos e.V.

Sebastian Schlüter
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Kommentare

Schön

Echt geiler Artikel! Man, haben wir uns totgelacht! Vor allem, weil mein Blick erst beim zweiten Mal Lesen Richtung Kalender gewandert ist ...

Schöne Grüße,

Nils


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